Roman

Kapitel 1, Teil 1

Bist Du schon mal auf einer Brücke gestanden und das tobende Wasser unter Dir angestarrt? Dein Kopf ist total leer, keine Gedanken, keine Schmerzen nichts....einfach nichts....die absolute leere. Und Du starrst das Wasser unter dir an und fragst Dich: „Wieso springst Du nicht? Komm, steig über das Geländer und spring! Es kann nicht besonders weh tun. Das Wasser ist eiskalt, und Du bist bestimmt tot bevor Du überhaupt den Boden erreichst! Also... was hält Dich davon ab?“ Du kennst die Antwort nicht. Du stehst einfach nur da, auf der Brücke und starrst ins Leere. Und dann plötzlich passiert etwas... die Gedanken sind wieder da, und Du siehst alles vor Dir! Die Gesichter, Du hörst die Worte, das Gefühl ist wieder da, dieses Gefühl das Du gar nicht beschreiben kannst, eine Mischung aus Schmerz, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Selbstmitleid und Wut... und Du fängst an zu weinen, Tränen die nicht zu stoppen sind....


An diesem Punkt befand ich mich grade, nur dass ich nicht weinen konnte, auch wenn ich´s mir noch so sehr wünschte. Meine Tränen waren schon längst versiegelt. Ich hatte auch die Hilflosigkeit und Selbstmitleid hinter mir. Jetzt war ich nur noch wütend und verzweifelt. Wütend auf mich, wütend auf die Menschen um mich herum, wütend auf Gott...und verzweifelt weil mich keiner verstand, oder niemand mich verstehen wollte. Am liebsten würde ich alles hinschmeißen! Alles! Und wegrennen! Aber ich konnte vor mir selber nicht wegrennen. Wie soll das gehen? Und wo soll ich hin? Gibt es einen Ort auf dieser Welt wo man sich vor sich selbst verstecken kann? Nicht das ich wüsste.... Ich stand also wieder – zum x-ten mal – auf der Brücke und versuchte mir Gedanken zu machen was das beste für mich wäre. Natürlich fand ich auch dieses mal keine Antwort.

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